Ergebnisse der Führungskräfteumfrage zu den “Future Urban Industries”

von Dr. Daniela Baer, Associate 2011-2012

Mit dem Thema Future Urban Industries (FUI) hat das Projektteam der Stiftung Neue Verantwortung den Puls der Zeit getroffen. Dies zeigt auch die rege Teilnahme an der aktuellen Umfrage zu diesem Thema. Im Juli 2012 wurde die erste Publikation, das Policy Paper, an die relevanten Akteure in dem Themenbereich FUI in Deutschland versandt und diese gleichfalls aufgefordert an der Umfrage teilzunehmen.

Die Ergebnisse der Umfrage geben einen aktuellen Überblick darüber, wie das Thema FUI in Deutschland wahrgenommen wird und wie die befragten Experten die Entwicklung sehen.

Der `Puls der Zeit` zeigt sich in der Bedeutung, die die Expertem dem Thema Industrie für die zukünftige Entwicklung des urbanen Raumes zumessen: Über 90 % der Experten schätzen die Industrie als `Wichtig` (63,5)% oder `Sehr Wichtig`(28,6%) ein. Lediglich 7,9 % messen ihr einen eher unwichtigen` Stellenwert bei.

Dabei sind es vor allem die Informations- und Kommunikationstechnologien und die `neuen` Manufakturen, die nach Ansicht der Experten die Entwicklung prägen. Einen vergleichsweise hohen Stellewert wird ebenfalls der Medizintechnik und der Biotechnologie beigemessen. Auffallend ist, dass die `klassischen` deutschen Industriezweige – Automobil und Maschinenbau – als vergleichsweise unbedeutend eingeschätzt werden. Es sind demnach die Zukunftstechnologien, welche die Industrien in den Städten prägen und die Bedeutung der Stadt als Innovationszentrum hervorheben werden.

Welche deutschen Städte werden nach Ansicht der Experten zu den zukünftigen Gewinnern gehören? München, Stuttgart und Hamburg! Warum? Weil Sie es schaffen…

– „ …Industrie zu halten, neue stadtverträgliche Industrie anzusiedeln und hochwertschöpfende Dienstleistungen darum zu gruppieren.“

– „…wettbewerbsfähige, immissionsfreie und wertschöpfende Standorte sein, über die sich ihre Einwohner so richtig freuen können.“

– „…den Nährboden für innovative Milieus bilden.“

So die Aussagen der Befragten. Doch die Rangliste der Gewinnerstädte weist noch weitere Städte aus (n=133):

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Es sind v.a. vier Schlüsselfaktoren, welche die positive Entwicklung zwischen urbanem Raum und Industrie bedingen:

Platz 1: Die Fähigkeit innovative Produkte herzustellen und die Verfügbarkeit gut ausgebildeter Arbeitskräfte

Platz 2: Verfügbarkeit von Bildungs- und Forschungseinrichtungen

Platz 3: Gelungene Mischung von Einzelhandel, Wohnen und Wohnraum als auch der Einklang von Umwelt und Produktion

Platz 4: Gelungene Vernetzung der Unternehmen mit der Nachbarschaft als auch die Verfügbarkeit von Flächen

Und welche Industrien schaffen es bereits heute, von der Symbiose von Stadt und Industrie zu profitieren? Als Beispiele werden genannt: Audi (Neckarsulm), Sick (Freiburg), Bosch (Stuttgart), BASF (Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen), SAP (Mannheim, Heidelberg), Bayer (Berlin), Novartis (Basel), Siemens (Wien), VW (Pamplona) als auch kleinere Player wie Krabag (Hamburg) oder die Unternehmensgruppe Freudenberg (Freudenberg).

Die Zukunft wird zeigen, wie Industrie und Stadt sich verbinden und voneinander profitieren. Eines ist sicher, es bedarf den „…Mut neue Wege zu gehen“ , „Politiker mit Visionen“ und „aufgeschlossene Bürger und Bürgerinnen!“.

Die Ergebnisse dieser Umfrage fließen in die Arbeit des Projektteams FUI ein und finden sich ebenfalls in der folgenden Publikation, dem Policy Paper. Dieser wird aller Voraussicht nach im Oktober 2012 veröffentlicht.

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Zukunft der Stadtindustrie: Sind Manufakturen 2.0 die heimlichen Gewinner?

Wer aktuell eine Übersicht zu den Industrien der Zukunft sucht, stößt immer erneut auf Altbekanntes: IT, Medizintechnik und Biotechnologie werden, so die übereinstimmende Meinung von Fachjournalisten, Marktforschern und Unternehmensberatern in Zukunft die Hauptakteure und Hauptimpulsgeber für neues Wachstum sein. Wenig beachtet hat sich jedoch eine zweite Gruppe von bislang unzureichend definierten Unternehmen den Weg an die Spitze erschlossen: Das neue Manufakturwesen, die „Manufaktur 2.0“. Erste Zwischenergebnisse aus der aktuellen Umfrage der Forschungsgruppe „Future Urban Industries“ legen diesen Schluss nahe: Die befragten Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung votieren in großer Mehrzahl für die Spitzenrolle der neuen Manufakturen:

Umfrage: Wie wichtig ist die Industrie für die zukünftige Entwicklung des urbanen Raums?

Die Diskussion über ein neues Miteinander von Stadt und Industrie hat gerade erst begonnen. Unsere Umfrage dient in Verbindung mit der laufenden Diskussion dazu, einige Aspekte des Themas einzugrenzen und zu ordnen. Bis zum Herbst 2012 wird die Projektgruppe „Future Urban Industries“ weitere Handlungsempfehlungen erarbeiten und mit Vertretern aus Industrie, Politik und Verbänden über Lösungsmöglichkeiten und Zukunftsszenarien diskutieren.

An unserer Online-Umfrage können Sie hier teilnehmen: Zur Umfrage

Die Chancen Industrie- und Stadtentwicklung wieder stärker miteinander zu verzahnen sind da. Grundvoraussetzung dafür sind, dass die Unternehmen urbane Räume und ihre Besonderheiten gezielt in Ihre Überlegungen mit einfließen lassen. Dazu gehört insbesondere, weichen Standortfaktoren bei der Industriepolitik mehr Gewicht zu verleihen. Gleichzeitig müssen die städtischen Planer bereit sein, der Industrie wieder mehr Raum zu geben.

Die Unternehmen der Zukunft brauchen gute Mitarbeiter, Wissen und Innovationen. Wenn es gelingt, dies wieder stärker im urbanen Raum miteinander zu verknüpfen, ohne dabei städtisches Leben zu belasten, können alle davon profitieren: Bürger, Unternehmen, Verwaltung und Politik.

Ihr Projektteam „Future Urban Industries“

Berlin, 15. Juni 2012

Future Urban Industries – kehrt die Produktion in die Stadt zurück?

Thomas Nieber, Mitglied des Aufsichtsrates der Beiersdorf AG, Moritz Krueger, CEO von MYKITA und weitere Gäste diskutieren über Herausforderungen und Chancen von Urban Industries als Industrietrend und neues Phänomen integrierter Stadtplanung.

Hoch qualifizierte Arbeitskräfte, unternehmensnahe Dienstleistungen und Forschungsnetzwerke sind drei zentrale Wachstumsvoraussetzungen für die Industrien von morgen. Industrien, die den urbanen Kontext für Ihre Entwicklung brauchen. Ist es daher an der Zeit, die Rückkehr der Produktion in die Stadt auszurufen?

Deutschland sollte sich diesen Wettbewerbsvorteil erhalten und Anreize schaffen, auch in Zukunft eine starke industrielle Basis zu erhalten. Gegen die aktuellen Trends wird sich das allerdings kaum bewerkstelligen lassen. Deshalb muss über neue industriepolitische Ansätze nachgedacht werden, die diesen Trends gerecht werden. Ein aussichtsreicher Ansatz dafür ist die Reintegration industrieller Produktion in urbane Räume. Diese Fragen stehen im Fokus des BERLIN CIRCLE mit führenden Vertretern aus Stadtforschung und führenden Industrieunternehmen, für die städtische Re-Integration gelebte Unternehmenswirklichkeit und Zukunftsfrage ist.

| DISKUTANTEN

| Tomas NIEBER, Abteilungsleiter Wirtschafts- und Industriepolitik IG BCE, Mitglied des Aufsichtsrates, Beiersdorf AG

| Moritz KRUEGER, CEO & Creative Director, MYKITA

| Prof. Dr. Karin WILHELM, Professorin für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt, TU Braunschweig (angefragt)

| MODERATION

| Martin Hagen Schössler, Fellow, stiftung neue verantwortung, Projektleiter „Future Urban Industries“

Will smart cities reindustrialize urban areas?

Interessanter Kommentar in „China Daily“:

The software of cities can be modified through new technologies, but what about their hardware? „The Internet has changed our lives, but it has not yet changed our cities,“ remarked Vincent Guallart, chief architect at Barcelona City Hall, during a plenary session of the Smart City World Congress. The session was dedicated to debating the role of urban planners in designing the urban spaces in which we will live and work in the future.

Urban planners have played a fundamental role during critical moments in the history of cities, as demonstrated by Guallart as he summarized the urban development of Barcelona throughout its 2000 years of existence. „But now what? What’s next?“ he asked. According to Guallart, the key is to start by defining a city. „We could dissect a human body, and doctors from around the world would recognize the same anatomy and use the same terminology to solve or examine a particular problem. Yet we can’t do the same with cities,“ he said. That is why Guallart’s team, for the past 10 years, has been developing a model to define the anatomy of cities. Known as City Protocol, it is a veritable „city ID card“ that Barcelona is aiming to promote worldwide.

 

viaSmart cities will reindustrialize urban areas | Business Focus | chinadaily.com.cn.